Blücherturm

1567
Zwischen dem Kanonissenstift Rellinghausen und Stiftsvogt Wilhem von Eyll wird ein Vertrag geschlossen über den Bau (Umbau?) eines Gerichtsturms.

1568
Beginn der Hexenprozesse im Gerichtsturm. Mindestens 42 Menschen fallen bis 1591 dem Hexenwahn zum Opfer.

1624
300 Essener Bauern befreien Gefangene aus dem Verlies im Turm.

1661
Die Essener Äbtissin übernimmt die hohe und niedere Gerichtsbarkeit am nunmehrigen „Rellinghauser Landgericht“.

1781
Teilumbau des Gerichtsturms für 300 Taler.

1787
Erneuter Umbau. Im Erdgeschoss wird ein Tor zur Unterbringung einer Feuerspritze ins Mauerwerk gebrochen, eine Wand trennt das Gefängnis vom Spritzenraum, das heutige Giebeldach in Holzfachwerk wird errichtet.

1802
Das Gericht zieht aus. Als „Rellinghauser-Steeler Landgericht“ ist der Sitz nun Essen. Erneute Modernisierung wegen der Nutzung als Spritzenhaus und Dorfgefängnis. Abbruch der Freitreppe, Bau einer innenliegenden Treppe, Ausbau von Ober- und Dachgeschoss zu Wohnzwecken.

um 1880
Der Volksmund nennt den Gerichtsturm nun „Blücherturm“ nach dem im Turm wohnenden Polizeidiener Robeck mit Spitznamen Blücher.

1939
Ein Hitlerjugendfähnlein nutzt den Turm als Vereinsheim.

1945
Der Turm dient als Wohnung, Geschäft und Atelier.

1947
Die Falken nutzen den Turm als Vereinsheim.

1948
Erneuter Umbau. Schließung der Türe im EG, Änderung der Außentreppe, Einbau einer neuen Innentreppe in das EG.

1960
Der Turm dient nun den Pfadfindern als Vereinsheim.

1970
Falken und städtische Jugendgruppen nutzen den Turm.

ab 1980
Leerstand

1997
Die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald erwirbt den Turm.

1998
Der Umbau zur heutigen Gestalt ist abgeschlossen. Kosten: 320.000 DM.

seit 1998
Ausstellungen, Tagungen, Vorträge, Archiv

 

Weiterführende Literatur:

Paul Clemen, Kunstdenkmäler Stadt und Kreis Essen,1893

J. Karsch, Das Stift Rellinghausen EB Heft 14,1894

Robert Jahn, Essener Geschichte,1952

Ludwig Potthoff, Rellinghausen im Wandel der Zeit,1953

Werner Kreuzberger, Der Gerichtsturm, Heimatstadt Essen,1977

Hans Schroer, Rellinghausen und seine Geschichte, Band 4,1983

Joh. Stoll, Wie alt ist der Gerichtsturm?, Manuskript, 2006